Scherenschnittmuseum Vreden erhält Schenkungen

Museumsleiter Hermann Gebing durfte bereits Mitte März, gemeinsam mit seiner Frau Christel, zahlreiche Scherenschnitte als Schenkung für das Museum in Vreden entgegen nehmen. Dazu reiste er persönlich nach Bayern bzw. Baden-Württemberg, um die Werke abzuholen.

 

Zum einen erhielt das Museum aus dem Nachlass der Münchener Künstlerin Elisabeth Helmberg-Fiedler (1921 – 2012) insgesamt über 1.000 Scherenschnitte. Die Werke wurden von der Nichte der Künstlerin, Eva Barwisch, überreicht. In München geboren, besuchte Frau Helmberg-Fiedler ab 1939 die Meisterschule für Grafik und Handwerk in Salzburg. Von ihrer Tante bekam sie eine kleine Schere geschenkt und von da an ließ sie das Gestalten mit Schere, Messer und Papier nicht mehr los. 1954 zog sie wegen ihrer Heirat nach Regensburg. Dort begann sie im neuen Umfeld mit der Umsetzung der zahllosen Sehenswürdigkeiten der mittelalterlichen Stadt in die Kunst des Scherenschnitts. Im Nymphenburger Park, in ihrer Heimatstadt und immer auch auf ihren zahllosen Reisen fand sie viele Motive, die sie begeisterten und die zu einer beinah unübersehbaren Fülle feinster Arbeiten führten. In vier erfolgreichen Ausstellungen in Regensburg, in einer Schenkung an die Stadt und als Dauergabe an das Germanische Museum in Nürnberg fanden ihre Werke den ihnen gebührenden Rahmen.

 

In Gaggenau in Baden-Württemberg erhielt Herr Gebing die zweite Sammlung und damit das Lebenswerk der dort lebenden Künstlerin Hedwig Simon geschenkt. Frau Simon wurde 1932 in Gaggenau geboren und wuchs mit vier Geschwistern in einer musisch-künstlerischen Familie auf. Mit 16 Jahren begann sie Scherenschnitte anzufertigen. Ihre Motive fand sie vorwiegend in der Flora und Fauna, aber auch Märchendarstellungen, Alltagsszenen und Portraits gehörten zu ihrem Portfolio. Ihr Leben war geprägt von ihrer Arbeit als Diakonieschwester. 30 Jahre arbeitete sie in Berlin und wurde Stationsleiterin im Spastikerzentrum des Evangelischen Waldkrankenhauses Berlin-Spandau. Die Arbeit war eine Berufung für sie. Die Schere begleitete sie dabei durch alle Jahrzehnte und hielt viele Erinnerung an eine bewegte Zeit fest. Sie hat sich zeit ihres Lebens ihren frischen und wachen Geist bewahrt und fertigte neben den Scherenschnitten auch zahlreiche Gedichte, Theaterstücke und Reiseberichte an. Wer mehr über die Künstlerin erfahren möchte, dem sei die illustrierte Biographie über Hedwig Simon mit dem Titel „Geschenke des Lebens“ empfohlen.

 

Das Scherenschnittmuseum Vreden freut sich sehr über die Schenkungen, das damit verbundene Vertrauen und sichert eine sachgemäße Archivierung der Bilder zu. Bilder dieser besonderen Künstlerinnen legen wir aktuell im Museum zur Ansicht aus. Das Museum ist von dienstags – sonntags in der Zeit von 09.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.